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Gastraumerweiterung – Restaurant – Hotel Villa


Im Jahr 1895 erfüllte sich der Baumeister Franz Dendl seinen Traum eines Stadtschlösschens, nahe der Altstadt Straubings in Niederbayern. Die Villa Katharina wurde im Stil der Neorenaissance erbaut, welcher prägend für diese Zeit war. Bis in die 1980er Jahre wurde diese als private Residenz genutzt, seitdem findet sich in den denkmalgeschützten Gemäuern das Hotel und Restaurant “Villa” wieder. Um den Gastraum des Restaurants zu vergrößern wurde Anfang der 1990er Jahre ein gläsernen Pavillon im Osten angestellt. Doch erfüllte dieser, einem Wintergarten nachempfundene Anbau, weder die Aufenthaltsqualität, noch die klimatischen Bedingungen, die für ein gehobenen Restaurant vorausgesetzt werden. In Absprache mit der Stadt und dem ansässigen Denkmalschutzamt wurde einer Erneuerung des Pavillons, einem Ersatzbau, zugestimmt. Ein monolithischer Kubus setzt sich ruhig und kompromisslos neben die verspielte Villa. Bewusst im Hintergrund, aber ohne sich dabei zu verstecken. Die klare und reduzierte Formensprache des Anbaus kontrastiert gezielt, aber konkurriert nicht. Die Substanz der Villa bleibt in ihrem Urzustand erhalten und ungestört zu erkennen. Sanft und weich, fast vorsichtig, dockt der Ersatzbau an das Restaurant im Mezzanin der Villa an. Die zurückversetzte, vertikale Lattung aus Lärchenholz verbindet die beiden Baukörper miteinander, produziert aber gleichzeitig eine Distanz zwischen ihnen. Durch den Material- und Strukturwechsel im Übergang bewahren sowohl die Villa als auch der Ersatzbau seine Eigenständigkeit. Eine große Öffnung auf der Südfassade schließt das Ensemble ab. Das erhöhte Terrain im Süden lässt den Betrachter durch das Gebäude hindurchblicken, ohne aber das Geschehen in diesem zu bemerken. Einzig das warme Licht des Innenraumes strahlt abends aus der südlichen Öffnung hinaus ins Freie. Deutlich extrovertierter zeigt sich die Nordseite des Gastraumes. Ein Vordach schützt einen Teil der Terrasse vor dem Wetter und präsentiert den Eingangsbereich. Raumhohe Verglasungen in filigranen Rahmen schließen den Raum ab, geben aber all sein Inneres preis. Eine ausladende und gepolsterte Sitzbank orientiert sich auf gesamter Länge Richtung...


Akustikmodul 27


Um die Akustik im Konzertraum eines Szene-Lokals am Wiener Gürtel zu verbessern, haben wir das "Akustik-Modul 27" geplant und gebaut.

Für eine Verbesserung der Raumakustik eines Konzertraumes ist es notwendig die Nachhallzeit zu verringern. Somit werden die einzelnen Stimmlagen und Instrumente klarer wahrnehmbar und angenehmer in ihrem Klang. Vor allem die hohen Frequenzbereiche können ein sehr unangenehmes Rückkoppeln verursachen, welches in Zukunft auf beste Weise unterbunden werden soll. Um den reflektierenden Teil der Schall-Leistung zu reduzieren, muss der absorbierende Teil proportional dazu ansteigen. Für eine ausgewogene Raumakustik werden zuletzt noch die schwer absorbierbaren Frequenzen, die Tieflagen, mit Hilfe von Diffusoren zerstreut, um ein mögliches Flatterecho zu vermeiden.

Der Gürtelbogen selbst schafft durch seine Form schon sehr gute Ausgangslage für eine bestechende Akustik. Aufgrund seines Tonnengewölbes ist ein Echo nur auf einer Achse, der mit Glas verbauten Öffnungen, möglich. Die Bühne ist direkt auf die Glasfront ausgerichtet und setzt sich damit dem Maximum an möglichen Reflexionen aus. Die dazu parallel stehende Rückwand, ebenfalls eine Glasfront, potentiert das Problem. Boden, Decke und Seiten müssen nicht weiter berücksichtigt werden, da hier das Gewölbe, die verschiedenen Einbauten und Polstermöbel, sowie zuletzt auch das Publikum entsprechend Absorbtions- und Diffusionsflächen bieten. Wir haben uns dazu entschieden ein Akustikmodul am hinteren Bühnenrand zu installieren, um einerseits der Bühne einen Wiedererkennungswert zu geben, andererseits Blicke von Gehweg und Straße auf die Künstler gezielt zuzulassen. Das mehrschichtige Akustikmodul absorbiert durch seine Materialität hohe bis mittlere Frequenzen. Der 14 cm Luftraum zwischen harter Rückseite des Akustikmoduls und Glasfront bildet einen Resonanzabsorber, der ebenfalls auf die Mitten abzielt. Die freischwingende Statik ermöglicht es dem Modul die Schallleistung der Mitten und Oberbässe in Wärme und Bewegung zu dissipieren. Eine Schicht grober Kies, zwischen den weichen Materialien und der Rückwand des Moduls, wirkt als Diffusor auf die Mittleren und Tief-Bässe ein und zerstreut deren Reflexionswinkel. Optisch lag es Nahe, das Modul rund zu gestalten, da es dem Branding der Bar entspricht und einen Fixpunkt mittig...